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Ohne Rücksicht auf den Zeitgeist

Zerrüttete Geister


Zerrüttete Geister trifft man überall, auch im christlichen Bereich.

Man muss sich einen zerrütteten Geist so vorstellen (am Beispiel von Hans Krause):


Der Lehrer in der Schule sagt:
Hans Müller aus Köln, bitte aufstehen!


Es steht auf: Hans Krause
Er sagt: Herr Lehrer, ich heiße zwar Hans, aber nicht Müller, sondern Krause! Außerdem wohne ich nicht in Köln, sondern ich wohne in Bonn.


Lehrer:
Und wieso denkst du dann, dass ich dich meinte und stehst auf?


Krause:
Ja ich heiße doch Hans!


Lehrer:
Aber nicht Hans Müller. Und aus Köln bist du ja auch nicht.


Krause:
Ja, das stimmt. Aber jeder kann sich doch mal irren. Ich dachte fälschlicherweise, dass ich gemeint war. Ich entschuldige mich dafür. Auch kann ich ja nicht wissen, wieviel "Hans" es auf der Welt gibt.


Lehrer:
Nun, dass du gemeint warst, kannst du ja garnicht gedacht haben; denn wenn du gedacht hättest, dass ich dich gemeint habe, hättest du ja nicht unaufgefordert gesagt "Herr Lehrer, ich heiße zwar Hans, aber nicht Müller, sondern Krause! Außerdem wohne ich nicht in Köln, sondern in Bonn." Was soll also diese Entschuldigung jetzt bedeuten, dass sich jeder doch mal irren könne? Etwa weil du denkst, es könne in einer Klasse nie mehr als einen "Hans" geben?


Krause:
Meine Entschuldigung sollte bedeuten, dass es mir leid tut!


Lehrer:
Was tut dir leid? Ich habe nicht gefragt, wie man "Entschuldigung" auch mit anderen Worten ausdrücken könnte ("tut mir leid"), sondern ich habe dich gefragt, was deine "Entschuldigung" im Licht des gesamten Zusammenhangs bedeuten soll! Für genau was hast du dich "entschuldigen" wollen?


Krause:
Für das, was ich falsch gemacht habe.


Lehrer:
Ja und? Für was also?


Krause:
Na für das, was Sie hier so wütend macht.


Lehrer:
Nein, ich meinte nicht, dass du meine Reaktion beschreiben sollst, sondern für was betreffs deines Verhaltens du deine Entschuldigung verstanden wissen willst! Denn du stellst es ja als ein Versehen dar. Es war aber kein Versehen, so als wenn man sich nur verhört hätte.


Krause:
Ich habe mich doch nur verhört!!!


Lehrer:
Das hatte ich aber grade erklärt. Wenn du dich nur verhört hättest, hättest du ja nicht gleich beim Aufstehen diesen Satz gesagt. Nämlich dass du zwar Hans, aber nicht Müller heißt und auch nicht aus Köln, sondern aus Bonn kommst.


Krause:
Herr Lehrer, Sie verdrehen jetzt aber meine Worte! Ich habe nicht gesagt, dass ich aus Bonn "komme", sondern ich sagte, dass ich in Bonn "wohne".


Lehrer:
Und welchen Unterschied macht das hier?


Krause:
"Kommen" und "Wohnen" sind ganz andere Worte mit zwei unterschiedlichen Bedeutungen ...


Lehrer:
Ich meinte nicht, welcher Unterschied zwischen den beiden Worten besteht, sondern welcher Unterschied sich dabei ergibt in der Frage, worüber wir hier reden!


Krause:
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wovon Sie hier reden! Haben Sie heute schlechte Laune?