Warum immer Großbuchstaben?

oder: die Zerstörung der Unterscheidung des Namen Gottes (das Tetragramm)

Gewisse Kreise verwenden eine Art pseudoreligiöser Schreibweise für Gott, Jesus oder den heiligen Geist.

Sie schreiben statt Gott "GOTT", statt Jesus "JESUS", statt Herr "HERR", statt sein "Sein", ihm "Ihm", dir "Dir" usw. wenn es um Gott oder Jesus geht.

Solche Gläubige denken, dass dadurch Gott und Jesus eine "besondere Ehrung" zuteil wird.

Dass diese Schreibweise richtig ist, wird hiermit von bibelpoint bestritten. Die Bibel selbst kennt diese Schreibweise an keiner Stelle und die Schreibweise wirkt in den Augen der Ungläubigen ganz zu recht sektiererisch.

Das sieht dann meistens so aus:
(hier ein typisches Beispiel vom Straßenprediger Joachim Krauß)



Von der Bedeutung des Tetragramm

Diese obengerügte Schreibweise mit den grundlosen Großbuchstaben hat auch eine Tücke. Denn seit Jahren gibt es eine Konvention, die aber leider mit der Zeit von vielen nicht mehr beachtet wird. Es geht um den Namen Gottes in der hebräischen Bibel - יהוה- dort im deutschen -wenn- dann meist mit "Jahwe", manchmal auch mit "Jehova" widergegeben.

Viele Bibeln möchten den Namen Gottes nicht wiedergeben und schreiben anstelle dessen HERR, oder HErr oder ähnlich.

Das ist aus theologischen Gründen richtig und wichtig! So kann jeder Bibelleser sofort sehen, ob an der jeweiligen Stelle einfach "Herr" steht (im Sinne von griech: kyrios; ein solcher "Herr" kann auch der Besitzer eines Weinberges sein) oder ob Gott selbst -also der Name Gottes- im Original steht.

Das sieht in der Bibel dann so aus:
(hier Luther 1984, Jesaja 1)

1 Dies ist die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz,   geschaut hat über Juda und Jerusalem zur Zeit des Usija, Jotam, Ahas und  Hiskia, der Könige von Juda. 2 Höret, ihr Himmel, und Erde,   nimm zu Ohren, denn der HERR   redet! Ich habe Kinder großgezogen und      hochgebracht, und sie sind von mir   abgefallen! 3 Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines   Herrn; aber Israel kennt's  nicht, und mein Volk versteht's nicht. 4 Wehe dem sündigen   Volk, dem Volk mit Schuld beladen, dem boshaften Geschlecht, den verderbten  Kindern, die den HERRN   verlassen, den Heiligen Israels lästern, die abgefallen sind!    5 Wohin soll man euch noch schlagen, die ihr doch weiter im   Abfall verharrt? Das ganze Haupt ist krank, das ganze Herz ist matt.    6 Von der Fußsohle bis zum Haupt ist nichts Gesundes an euch,   sondern Beulen und Striemen und frische Wunden, die nicht gereinigt noch   verbunden noch mit Öl gelindert sind. 7 Euer Land ist  verwüstet, eure Städte sind mit Feuer verbrannt; Fremde verzehren eure Äcker   vor euren Augen; alles ist verwüstet wie beim Untergang Sodoms.    8 Übrig geblieben ist allein die Tochter Zion wie ein Häuslein   im Weinberg, wie eine Nachthütte im Gurkenfeld, wie eine belagerte Stadt.    9 Hätte uns der HERR Zebaoth nicht einen geringen   Rest übrig gelassen, so wären wir wie Sodom und gleich wie Gomorra.    10 Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom!   Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra!    11 Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von   Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der   Stiere, der Lämmer und Böcke. 12 Wenn ihr kommt, zu erscheinen   vor mir - wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet?    13 Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das   Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt,   Frevel und Festversammlung mag ich nicht! 14 Meine Seele ist   Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's   müde, sie zu tragen. 15 Und wenn ihr auch eure Hände   ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel   betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.    16 Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen  Augen, lasst ab vom Bösen! 17 Lernt Gutes tun, trachtet nach   Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen  Sache! 18 So kommt denn und lasst uns miteinander rechten,   spricht der HERR. Wenn eure   Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist   wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden. 19 Wollt ihr   mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen.    20 Weigert ihr euch aber und seid ungehorsam, so sollt ihr vom   Schwert gefressen werden; denn der Mund des HERRN sagt es.

Oder hier, Jesaja 3

1 Siehe, der Herr, der HERR Zebaoth, wird von Jerusalem und   Juda wegnehmen Stütze und Stab: allen Vorrat an Brot und allen Vorrat an  Wasser, 2 Helden und Kriegsleute, Richter und Propheten,   Wahrsager und Älteste, 3 Hauptleute und Vornehme, Ratsherren   und Weise, Zauberer und Beschwörer. 4 Und ich will ihnen   Knaben zu Fürsten geben, und Mutwillige sollen über sie herrschen.    5 Und im Volk wird einer den andern bedrängen, ein jeder   seinen Nächsten. Der Junge geht los auf den Alten und der Verachtete auf den   Geehrten. 6 Dann wird einer seinen Nächsten, der in seines   Vaters Hause ist, drängen: Du hast noch einen Mantel! Sei unser Herr! Dieser Trümmerhaufe sei unter   deiner Hand! 7 Er aber wird sie zu der Zeit beschwören und   sagen: Ich bin kein Arzt; es ist kein Brot und kein Mantel in meinem Hause!   Macht mich nicht zum Herrn über   das Volk! 8 Denn Jerusalem ist gestrauchelt, und Juda liegt   da, weil ihre Worte und ihr Tun wider den HERRN sind, dass sie seiner Majestät   widerstreben.


Jeder, der permanent und grundlos die pseudoreligiöse Großschreibung (HERR, GOTT, JESUS) verwendet, hat Anteil an der Zerstörung dieser wichtigen Unterscheidung in der Bibel (Herr oder HERR), weil die Leser dann denken, es habe einfach diesen "Ehren"-Grund ...