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Eine Reflexion über die Pöbel-Prediger Norbert Homuth und Joachim Krauß

oder

Wie aus zwei jungen Männern hartherzige Ziegenböcke werden und einer von ihnen (Homuth) die eigenen Geschwister aufhetzt, das Malzeichen* aus Offenbarung 13 anzunehmen ...

[* Luther und andere übersetzten "Malzeichen", was heute eher altmodisch und unklar wirkt; im Urtext steht χάραγμα – charagma was eher "Kennzeichnung", Charakterisierung, Stempel  bedeutet.]

Es war Mitte der 80-er Jahre in Köln. In der Schildergasse am Brunnen neben Kaufhof standen zwei Männer, die abwechselnd auf einem Stein stehend, laut in die Menschenmenge hinein vom Glauben an Jesus Christus predigten. Eigentlich war es mehr ein Schimpfen und es war genaugenommen keine Predigt, um Menschen eine neue Sicht über das Leben, Gott und das Erlösungswerk Jesu am Kreuz zu eröffnen, sondern eine Moralpredigt über kurze Röcke, Rauchen, Saufen, Kinofilme, Sex und dergleichen. Im Glauben, dass solche Moralpredigt gegenüber Atheisten der Wille Gottes sei und diese zum Glauben zu Jesus Christus führt, hatten die beiden sich das auf ihre Fahnen geschrieben und predigten im Turnus auf diese Art in verschiedenen deutschen Städten. 

Es handelte sich um die damals jungen Männer Norbert Homuth und Joachim Krauß.

Oft blieben Neugierige stehen, die natürlich teils lachten und spöttische Bemerkungen machten, was Homuth und Krauß zeitlebens als Beweis ansehen, dass ihre Art der Mission in Gottes Augen richtig ist.

Ich war ein junger Mann von 26, 27 Jahren, der seit ca. 3 - 4 Jahren als Atheist zum Glauben an Jesus gekommen war und auch ich hatte schon das Wort Gottes von ganzem Herzen lieb. Ich hatte all meine Habe stehen und liegengelassen und war davon überzeugt, dass Glaube ernster sein muss als eine Kirchenmitgliedschaft. Ich war davon überzeugt, dass weder die beiden großen Kirchen noch die meisten anderen mir bekannten Glaubensgemeinschaften einen urchristlichen Glauben praktizierten und hatte mich in einem Fluss taufen lassen.

Es war mir daher einer Selbstverständlichkeit, diese beiden Prediger anzusprechen und freute mich über sie, obwohl ich -wie gesagt- die Art der Predigt nicht richtig fand. Dennoch wusste ich, dass vieles, was die beiden sagten, absolut richtig war und hatte in meiner Naivität den Gedanken, dass ich Brüder getroffen hatte, mit denen ich mich austauschen könne, von denen ich lernen könnte und die auch von mir Gedankenanregungen annehmen würden.

Aber weit gefehlt!

Als Norbert Homuth in unserem ersten Gespräch merkte, dass er es mit einem ernsten Christen zun hat, wurde er voller Neid.

Er und sein Glaubens-Bruder Joachim waren es nämlich gewohnt zu denken, sie seien die einzigen "von Gott gesandten" Männer, die Deutschland und seinen Kirchen und den Menschen im Lande so richtig die Meinung geigen sollen.

Deshalb suchten sie etwas, um mich als "keinen richtigen Christen" bloßzustellen. Der Grund war: Ich trug eine Jeans, in Homuths Augen ein Zeichen antichristlicher Gesinnung ...

Und wenn. Ich war jung, ich liebte den Herrn nicht weniger als sie und wenn ich etwas falsch machte, so könnten sie doch daraus nicht den Schluss ziehen, ich sei für sie kein Bruder im Herrn. Krauß, der mir als der Schüler von Homuth vorkam, sprang ihm zur Hilfe und beide beschuldigten mich, kein richtiger Christ zu sein. Kannten sie nicht die brüderlichen Worte des Neuen Testamentes zu solchen Fragen?

Statt mich anzunehmen und mich in brüderlicher Liebe auch mal zu fragen, wie ich lebe und wie ich zum Glauben kam oder wie ich mir christliches Leben vorstelle, oder mir etwas von ihrem Leben zu erzählen, zum Beispiel von ihrer Gemeinde, drehten sie mir den Rücken zu, weil ich eine Jeans trug und wendeten sich "wichtigeren Bekehrungs-Gesprächen" zu.

Da ich Christ bin und Jesus von ganzen Herzen liebe, hatte ich die beiden nicht aufgegeben und kam immer wieder mal zu der Stelle, wenn die beiden sich angekündigt hatten (Predigtplan).

Immer wiederholten sie nur die Schimpfkanonaden gegen unsittlichen Wandel (so, als predigten sie in der Kirche zu Geschwistern, die man ermahnen müsse) und mir fiel immer mehr auf, dass keiner dieser beiden Möchtegernpropheten auch nur ein einziges Mal ein freundliches Wort für jemanden hatten; kein einziges freundliches oder verständnisvolles Lächeln kam auch nur für eine Sekunden zum Vorschein, wenn sie mit jemandem redeten.

Auch ich wollte wieder mit ihnen reden und da die beiden an diesem Tage über die falschen Kirchen und deren Irrwege gepredigt hatten, begrüßte ich Homuth und wollte ihm einmal berichten, was ich in den Kirchen erlebt habe und wie ich dort abgewiesen wurde, weil ich die Bibel etwas ernster verstehe.

Sofort kanzelte mich Homuth barsch ab mit den Worten:

"Wer sich schon nicht auf Erden mit seinen Geschwistern versteht, wie soll er dann im Himmelreich mit ihnen klarkommen."

und er drehte mir daraufhin den Rücken zu und wendete sich einer andern Person zu!

Ich lebte damals ohne jegliches Hab und Gut teils ohne, später auch mit Wohnung und war mit dem Allersparsamsten zufrieden. Da ich in meiner Jugend etwas Trompete spielen gerlernt hatte, verdiente ich mir ein paar Pfennige mit sogenannter Straßenmusik einiger wertneutraler Trompetenstücke, so, dass ich etwas zu essen hatte. Dies hatten Homuth und Krauß gesehen und sie lästerten über mich, dass dies ein Christ niemals tun würde; ich sei kein Christ. Ich solle anstelledessen christliche Lieder spielen.

Da ich den Herrn liebe und auch meine Geschwister, nahm ichs ihnen nicht krumm und wollte das Gespräch in eine brüderliche Form bringen und fragte die beiden: "Wovon lebt ihr beiden denn, wenn ihr fast täglich in einer anderen Stadt predigt. Und andere Christen machen doch auch ihre tägliche Arbeit, die leider Gottes ja auch nichts mit dem Glauben zu tun hat (Autos bauen, Zeitungen verkaufen oder Versicherungsverträge machen ...)".

Darauf wollten sie mir keine Antwort geben und Homuth sagte in Bezug auf 1. Könige 17: "Gott kann machen, dass Raben dir Essen bringen".

Ich antwortete: "Ich weiß sehr wohl, dass Elia durch Gottes Hilfe von Raben ernährt wurde, die ihm Brot und Fleisch brachten; ich hab aber gefragt, wovon   i h r   beiden lebt. Oder bringen euch die Raben das Essen?"

Darauf gab mir keiner der beiden eine Antwort.

Ich kam zu dem Schluss, dass die beiden Brüder sehr verbittert sind und durch die tägliche Ablehnung durch Zuhörer ihre Liebe im Herrn verloren hatten und sie taten mir deshalb leid. Immer wieder versuchte ich, ein neues Gespräch ingang zu bringen, wenn sie wieder in Köln waren, aber sie wollten nicht; einen Bruder, der öfters mit mir unterwegs war, beschuldigten sie, er sei mein "Wasserträger". Ich bezeuge es vor Gott, dass weder Homuth noch Krauß jemals mit diesem Freund auch nur ein Wort gewechselt hatten und sich auch mit mir nicht darüber unterhalten hatten!

Mit giftigen Worten wimmelten sie meine Gesprächsbereitschaft ab und sagten Worte wie: "Bist wohl wieder mit deinem Wasserträger unterwegs?".

Andere Christen aus Köln, die die beiden schon längere Zeit kannten bzw. beobachteten, sagten zu mir: "Du weißt wohl nicht, dass man Homuth in vielen Kreisen 'Hochmut" nennt?".

Ich verstand die beiden nicht. Voller Härte ohne ein -wenigstens manchmal- freundliches Gesicht, ohne ein Interesse an Brüdern, durch schimpfende Moralpredigten sich vor Jesus als seine Jünger darzustellen? Was war hier geschehen? Wer hat die beiden so verletzt, dass sie so geworden sind? Oder ist das Absicht?

Ich schrieb ihnen dann einen Brief, vielleicht 1987 oder '88, indem ich beide zu mir einlud, zu mir nachhause zukommen, gemeinsam 3 Tage vor dem Herrn zu fasten und gemeinsam zu beten, mit mir zu reden, wie es sich gehört und evtl. auch Missverständnisse zu klären.

Darauf habe ich nicht einmal eine Antwort erhalten!

Da ging mir immer mehr ein Licht auf. Die beiden sind also nichts als zwei arrogannte, hochmütige Schimpfprediger, wie wir sie aus alten Westernfilmen kennen (in der Kirche mit krächzender Stimme: "Ihr kommt alle in die Hölle, wenn ihr nicht aufhört, mit saufen ...", wonach alle lachen ...)

Da ich nun wusste, dass sich Homuth intensiv mit der Aufdeckung freimaurerischen Handelns beschäftigte und das Böse betont an den Dingen festmachte (jeder zufällige Handgriff an den Schlips macht einen Verdächtigen zum Freimaurer, jedes Zeichen lässt ihn aufmerken -teils zu recht natürlich-), fragte ich die beiden einmal: "Vielleicht seid ihr selbst Freimaurer, die die Aufgabe haben, mit Lieblosigkeit die Geschwister zu verprellen und den Glauben auf der Straße vor allen Leuten lächerlich zu machen", lachte Homuth kurz und gezwungen: "Wir? Freimaurer? Hahaha." Wie bei vielen seinen Antworten machte er dazu ein höhnisches Gesicht.

Ich konnte den Verdacht nie ganz loswerden, dass Homuth und Krauß denken, sie seien die zwei Propheten Gottes aus der Offenbarung des Johannes, die schon durch den Propheten Sacharja geweissagt wurden.

Ein einziges Mal hat sich Joachim Krauß mit mir in einem etwas freundlichen Ton eine Minute -oder waren es zwei?- unterhalten. Ich hatte die beiden nämlich -wegen ihrer Vorwürfe mir gegenüber- noch einmal gefragt, wovon   s i e  eigentlich leben und warum sie keine Antwort darauf geben.

Krauß sagte mir, dass man eben auch untere Arbeiten machen müsse, zum Beispiel als Reinigungskraft. Ob er damit sagen wollte, dass  er eine solche Arbeit macht, weiß ich nicht mehr genau.

Ob ich denn zu so etwas bereit sei, fragte Krauß ... Ich sagte "ja, natürlich" und Krauß war -hatte er einen guten Tag?- etwas milder als sonst.

Das war das einzige mal. Dann schauten sie auf ihre Armbanduhren und verschwanden, flugs wie immer, in Richtung Hauptbahnhof.

Als ich später hörte, Krauß predige nicht mehr mit Homuth zusammen, dachte ich zunächst, der Herr hätte ihm etwas klargemacht, aber das war nur kurze Zeit. Homuth hat Krauß fest in seinen Krallen und so ist es geblieben bis auf den heutigen Tag.

Noch heute bin ich der Überzeugung, dass viele Angriffe gegenüber Homuth und Krauß nicht berechtigt sind und ich habe Dinge gelesen, die mir zeigen, dass Homuth einen guten Verstand für die Dinge hat und viel Wahres schreibt, was andere Christen für Blödsinn halten.

Leider ändert das nichts an der bösen, liebslosen und verbitterten Weise der beiden traumatisierten Möchtegernpropheten.

Auch kennen sie die Vorwürfe ihnen gegenüber, wegen ihrer hartherzigen Art.

Ich habe ihnen eines Tages den Namen "Die Ziegenböcke aus Nürnberg" gegeben.

siehe auch "Homuth keilt um sich"