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Ohne Rücksicht auf den Zeitgeist

Die EKD entschuldigt sich in schändlicher Weise für Götzenzerstörungen in der Vergangenheit

Ein unentschuldbarer Bruch mit der Kirchengeschichte und ein Kniefall vor den Götzenbildern

Am 13. Juli 2015 ließ die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) verlauten (Auszug):

      EKD bedauert „Bildersturm“ der Reformation Dialog mit Ökumenischem Patriarchat zur Bedeutung von Bildern

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bedauert die Zerstörungen von religiösen Bildern während der Reformationszeit. Dies stellten Theologen der EKD im bilateralen theologischen Dialog mit Vertretern des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel fest, der in der vergangenen Woche in der Hamburger Missionsakademie stattfand. EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber, die Leiterin der evangelischen Dialogkommission, betonte für die evangelische Seite: „Im Themenjahr zu ‚Bild und Bibel‘ stellen wir fest, dass die Bilder in vielfältigsten Formen seit langem Ausdruck evangelischer Frömmigkeit geworden sind. Die Zerstörung von Bildern lehnt die Evangelische Kirche ab“.

Im sogenannten „Bildersturm“ der Reformation waren Gemälde, Skulpturen, Kirchenfenster und Orgeln von den Anhängern der Reformation v. a. in Süddeutschland, der Schweiz, England und den Niederlanden aus den Kirchen entfernt und vielfach auch zerstört worden. Reformatoren wie Zwingli und Calvin lehnten die Bilder als Götzendienst ab und beriefen sich dabei u. a. auf die Zehn Gebote.

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Hannover, 13. Juli 2015

Pressestelle der EKD

Meinung von bibelpoint:

Das ist die peinlichste und entwürdigendste Entschuldigung der Kirchengeschichte. Ein Kniefall vor den Götzenbildern und eine Beleidigung sowohl der Urchristen als auch der Reformatoren. Das ist, als wenn sich eine kommunistische Regierung im Nachhinein dafür entschuldigt, dass sie das Privateigentum an Großgrundbesitz abgeschafft hatte.

Das Evangelische Kirchenlexikon schrieb noch 1956 über die Alte Kirche:

Zudem war das alttestamentliche Bilderverbot für die Kirche verbindlich, die sich als das neue und wahre Israel verstand.
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Noch die Synode von Elvira (306) lehnt Bilder in der Kirche entschieden ab.

Da man aber entgegen den ablehnenden Stimmen der Theologen spätestens seit 220 christliche Bilder geschaffen hat ... muss man folgern, dass sich die Christen in Assimilierung heidnischer Gewohnheiten ihre Bilder gegen die offizielle Lehrmeinung ertrotzt haben.

Anmerkung von bibelpoint: Nicht "die Christen" hatten sich "ihre Bilder ...ertrotzt", sondern die Römisch-Katholische Bilderkirche, die unter -bzw. mithilfe- Kaiser Konstantin gegründet, bzw. in den Vordergrund gehoben wurde.

So erklären sich die weiteren Worte des Ev. Kirchenlexikons:

In konstantinischer Zeit nehmen die kritischen Äußerungen zum Bild ab ...

Nachweis Scann:



Ganz richtig schreibt Andreas Mertin auf http://www.heidelberger-katechismus.net/14546-0-227-2.html

(Auszug)

... Man war und ist es ja gewohnt, beim Bildersturm immer gleich etwas Böses oder Verwerfliches zu unterstellen, für das man sich quasi zu schämen habe.

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Es gehört zu den Charakteristika der vorreformatorischen und der reformatorischen Bewegungen, die Irrwege der christlichen Religion im Blick auf die Bilder kritisch begleitet und die Geltung des 2. Gebots wieder in Kraft gesetzt zu haben. Ja, dabei haben sie auch Gewalt angewandt. Aber ganz anders, als dies in heutiger Perspektive oft erscheint. Zum einen verlief dieser Bildersturm oft „gesitteter“ als die Überlieferung es darstellt. Für Zürich wissen wir, dass zunächst alle Stifter gebeten wurden, ihre Werke aus den Kirchen abzuholen. Dann wurden die Gemeindeältesten gebeten, über jene Bilder, die von der Gemeinde angeschafft wurden, einen Gemeindebeschluss herbeizuführen. Und erst in einem dritten Schritt wurden dann tatsächlich noch verbliebene Bilder zerstört.

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Die Auslandsbischöfin der EKD hat sich in aller Öffentlichkeit für die evangelischen Bilderstürme entschuldigt: „Im Themenjahr zu ‚Bild und Bibel‘ stellen wir fest, dass die Bilder in vielfältigsten Formen seit langem Ausdruck evangelischer Frömmigkeit geworden sind. Die Zerstörung von Bildern lehnt die Evangelische Kirche ab“. Ich bin mir nicht sicher, ob sie meint, was sie da sagt. Lesen wir einmal in der Heiligen Schrift, Richter 6, 25ff. Da wird erzählt, wie Gideon auf ausdrücklichen Befehl Gottes eine Statue der Aschera mit Hilfe von Knechten und Stieren stürzt und verbrennt. Der klassische Fall eines biblisch bezeugten Bildersturms. Was sagt die Auslandsbischöfin der EKD dazu? Sagt sie dann: Auch eine unmittelbare Aufforderung Gottes, Kultbilder zu zerstören, rechtfertige es nicht, diese anzugreifen und Gottes Wort zu folgen: „Die Zerstörung von Bildern lehnt die Evangelische Kirche ab“? Nein, das wird sie nicht sagen. Sie wird sagen, sie meine nur die reformierten Bilderstürme, jene, bei denen Protestanten in einer Zeichenhandlung, wie sie erst das 20. Jahrhundert in der Fluxus-Kunst wiederentdeckt, jene Verdrehungen der Frohen Botschaft beseitigten, die behaupteten, Gottesbilder und Kultbilder seien geeignete Formen, auf verkürzten Wege – eben nicht über die Predigt und die Lektüre der Heiligen Schrift – zu Gott zu gelangen. Noch aber steht es da geschrieben in Exodus 20, 4: „Mache dir kein Gottesbild noch irgendein Idol von irgendetwas im Himmel oben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“ Das ernst zu nehmen ist der Antrieb derer, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts Kultbilder aus den Kirchen entfernten. Und dafür braucht man sich nicht zu entschuldigen – auch nicht im Gespräch mit der Orthodoxie! Die Bilderfrage ist und bleibt zwischen Orthodoxie und Protestantismus – gleich welcher Ausprägung – ein kontroverstheologisches Thema.

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