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Ohne Rücksicht auf den Zeitgeist

Es gingen zwei am Wegesrand

Es gingen zwei am Wegesrand
Sie gingen Hand in Hand
Gelobten sich die Lieb‘ und Treu‘
Und wanderten durchs Land

Es gingen zwei am Wegesrand
Bei Vollmond im April
Und keiner ging alleine nur
Wohin er selber will

Zwei Herzen eins im Mondenschein
Im Geiste froh und still
Und ganz bereit zum weiten Weg
Es sollte Liebe sein

Es gingen zwei am Wegesrand
Bei Wetter und bei Wind
Da schlug ein Blitz ins Feld hinein
Sie gar erschrocken sind

Am nächsten Tag sie lacht nicht mehr
Gar traurig ihr um‘s Herz
Beim Blitz starb einst ihr Kindelein
Es bleibt der ew’ge Schmerz

Und pflückt‘ er ihr ein Blümlein rot
So dachte sie an Blut
Doch zeigte er ein Kreuz aus Holz
So wähnte sie den Tod

Ach Liebste sag, was kann ich tun
Was plagt dich täglich Not
Ach nichts - es scheinet dir nur so
Iss einfach nur dein Brot

Es ging ein Mann am Wegesrand
Er schaute sich nicht um
Die Augen leer die Lippen stumm
So ging er durch das Land

Das Blümlein rot in seiner Hand
Am Kreuz er ließ‘ zurück
Der Himmel voll von Wolken nur
Kein Stern und kein Glück

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